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Die jüdische Gemeinde Laupheim und ihre Zerstörung

Gedenkbuch Seite 307 

SILBERMANN, Salli, Lehrer,

Ulmer Straße 28

 

KARL NEIDLINGER

Salli Silbermann, geb. 4. 9. 1903 in Karlsruhe, Lehrer, ledig, Wegzug am 15.4. 1936 nach Karlsruhe, Emigration nach Südafrika. 

 

Fast alles, was zu Salli Silbermann noch herauszufinden war, steht bereits im vorherigen Artikel, beim Abschnitt „Hugo Höchstetter“. Deshalb ist seine Kurzdarstellung, abweichend vom Alphabet, an dieser Stelle eingereiht. Salli Silbermann lebte und arbeitete nur dreieinhalb Jahre in Laupheim, vom 1. 11. 1932 bis 15. 4. 1936. Bei Marie Schneiderhan, der Witwe des Realschullehrers Markus Schneiderhan in der Ulmer Str. 28, wo noch mehrere andere Lehrer zur Miete wohnten, hatte auch er ein Zimmer oder eine Wohnung. Und da die jüdische Volksschule, an der er unterrichtete, nur noch sehr wenige Schüler besuchten, musste er vermutlich noch andere Tätigkeiten ausüben, um leben zu können.

Die einzige gefundene Notiz, die ihn direkt erwähnt, ist die vierteljährlich notwendige Meldung des Jüdischen Jugendbundes Laupheim über Mitgliederveränderungen an die NS-Dienststellen. Zum 30. 6. 1936 meldete der damalige Vorsitzende Rudolf Bergmann, dass die Mitglieder Josef Hess und Salli Silbermann ausgewandert seien.

 

Im Jüdischen Jugendbund waren seit 1933 auf Druck der NS-Machthaber die verschiedenen Jugendverbände zusammengefasst worden, um diese besser überwachen zu können. Da Salli Silbermann erst kurz vor der Machtergreifung und der Gleichschaltung der Presse nach Laupheim kam, finden sich auch in der Zeitung keine Notizen zu ihm.

Die israelitische Volksschule in der Radstraße, 1868 errichtet und 1969 abgerissen, Wirkungsstätte Salli Silbermanns, war das erste Gebäude der Stadt Laupheim, das für Schulzwecke errichtet wurde. Aus heutiger Sicht ist es unverständlich, dass das solide und nicht baufällig wirkende Gebäude niedergerissen wurde, um einem Neubau der Post Platz zu machen.

 

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